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06.05.2015

Themenheft Sozialer Fortschritt

​​​​​​​​Themenheft einer wissenschaftlichen Zeitschrift zum Thema „Rationale Sozial- und Arbeitsmarktpolitik“​

Druckfrisch ist von Prof. Dr. Lothar Funk, Lehrgebiet Volkswirtschaftslehre, insbesondere internationale Wirtschaftsbeziehungen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Düsseldorf, ein Themenheft der Zeitschrift „Sozialer Fortschritt – German Review of Social Policy“ erschienen. Funk hat eine spezielle Ausgabe zum Thema „Rationale Sozial- und Beschäftigungspolitik“ zusammengestellt und herausgegeben.


Das Editorial „Rationale Sozialpolitik?“ von Prof. Dr. Lothar Funk und der Bezugshinweis beim Verlag finden sich hier und hier.

Das Themenheft der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift, bei der Funk seit mehr als 10 Jahren Mitglied im Editorium ist, enthält fünf Beiträge:


Prof. Dr. Philipp Freitag​, ebenfalls Ökonomieprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Düsseldorf, stellt die Sozialpolitik der Großen Koalition auf den Prüfstand und setzt sich kritisch insbesondere mit der aktuellen Familien-, Renten- und Pflegepolitik auseinander. Er bemängelt Probleme der langfristigen Finanzierbarkeit, kontraproduktive Effizienzwirkungen sowie verteilungspolitisch fragwürdige Effekte.


Dr. Remi Maier-Rigaud, Akademischer Rat am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie an der Universität Köln, geht schließlich noch einmal grundsätzlich vor dem Hintergrund der Debatte zu rationaler Sozialpolitik auf die Frage ein, wie der Ansatz in einem Europa des Binnenmarktes für den Bereich der Gesundheitspolitik zu operationalisieren ist. Bezogen auf den Status quo sieht er erhebliche Chancen für eine rationalere Gesundheitspolitik in Europa durch Verbesserungen bei der Nutzenbewertung von Gesundheitstechnologien und vor allem von Arzneimitteln.

Der Aufsatz von Dr. Hagen Lesch, Leiter des Kompetenzfelds Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen am Institut der deutschen Wirtschaft Köln beschäftigt sich mit der von der Deutschen Bundesbank im Sommer 2014 angestoßenen Debatte über die künftige Ausgestaltung der Lohnpolitik. Umstritten ist, welche lohnpolitische Formel stabilitätsgerecht ist. Lesch stellt die verschiedenen Konzepte gegenüber und führt die Debatte über einen möglichen Paradigmenwechsel, für den er durchaus Anzeichen sieht, auf diesem Gebiet fort.

Aus Sicht von Dr. Ulrich Roppel, ehemaliger Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt mit Zuständigkeit für die in seinem Beitrag aufgegriffenen Fragestellungen, spielen ebenfalls die wahlpolitisch erklärbare Begünstigung bestimmter Gruppen, die als für Wahlen entscheidend angesehen werden, zu Lasten der anderen Bürgerinnen und Bürger eine entscheidende Rolle für die Erklärung der aktuellen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung. Er deckt Widersprüche zwischen Anspruch des Koalitionsvertrags und den bekannten Fakten insbesondere des demographischen Wandels und weiterer Herausforderungen auf und plädiert vor diesem Hintergrund für ein Leitbild der Begrenzung auf staatliche Basissicherung.

Prof. Dr. Gerhard Wegner, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland in Hannover, und Mitautor der gemeinsamen „Sozialinitiative" zusammen mit der Katholischen Kirche beschreibt die Inhalte und die Intention des 2014 veröffentlichten gemeinsamen Papiers, das die Verantwortung der Kirchen für eine gerechte Gesellschaft herausarbeitet und die seitdem laufenden Debatten dazu. Der Autor stellt dabei die Funktion der Kirchen heraus, Leitplanken für die gesellschaftspolitische Diskussion zu entwickeln, indem sie die gemeinsamen Interessen aller bei sozial- und arbeitsmarktpolitischen Fragestellungen herausarbeiten und darauf hinweisen, welche Lösungsvorschläge wirtschaftsethisch nicht tragfähig erscheinen.

Zusammengefasst hält Prof. Funk im Editorial fest: „Als eine Art „Kompass" und Denkraster leistet das Konzept rationaler Sozialpolitik weiterhin wertvolle Dienste, wie auch dieses Themenheft zeigt. Aber die genaue Festlegung, was darunter im Einzelnen zu verstehen ist, dürfte sicherlich auch künftig zwischen verschiedenen Denkschulen umstritten bleiben.“

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Sozialer_Fortschritt_64_2015_Heft4_April
http://www.duncker-humblot.de/index.php/catalog/product/view/id/35083/s/rationale-sozial-und-arbeitsmarktpolitik/category/2933/
Rationale Sozial- und Arbeitsmarktpolitik Sozialer Fortschritt, 64. Band (2015), Heft 04 2015. S. 71–101. Format DIN A4, Geheftet (95 g)
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