Im Rahmen des Spezialisierungsmoduls „Marketing Management“ besuchten Studierende des Bachelorstudiengangs International Management im Sommersemester 2026 die Ausstellung „Jon Rafman. Main Stream Media“ im K21. Die von Prof. Dr. Kemper geleitete Exkursion eröffnete neue Perspektiven auf künstliche Intelligenz, digitale Medienwelten und deren Bedeutung für Marketing, Konsumverhalten und digitale Markenführung.
Wie verändern digitale Plattformen, virtuelle Welten und künstliche Intelligenz unsere Wahrnehmung? Und welche Folgen hat dies für Konsumentscheidungen, Marken und gesellschaftliche Verantwortung? Mit diesen Fragen setzten sich die Studierenden des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften während ihres Besuchs der Ausstellung „Main Stream Media“ auseinander.
Der kanadische Künstler
Jon Rafman beschäftigt sich in Videos, Filmen und immersiven Installationen mit den Auswirkungen digitaler Kultur auf Identität, Wünsche und menschliche Erfahrungen. Seine Arbeiten greifen u. a. Internet-Subkulturen, Videospielwelten, soziale Medien und KI-generierte Bildwelten auf. Dabei entstehen künstliche Realitäten, die zugleich faszinierend, unterhaltsam und verstörend wirken.
Die Ausstellung im K21 war Rafmans erste Einzelausstellung in einem deutschen Museum und vermittelte einen Überblick über sein Schaffen seit 2008.
Für die Studierenden bot die Ausstellung zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Vorlesungsinhalte zum Käuferverhalten, digitalen Marketing und Brand Management, z. B. die Frage, wie Bilder, Klänge, räumliche Inszenierungen und digitale Reize Aufmerksamkeit erzeugen und Emotionen beeinflussen.
Die immersiven Ausstellungsräume machten unmittelbar erfahrbar, dass Wahrnehmung nicht allein durch einzelne Botschaften, sondern das Zusammenspiel verschiedener Sinneseindrücke geprägt wird. Markenbezogen ließ sich diskutieren, wie digitale Ästhetiken, Internetkulturen und Medien zur Bildung von Identitäten und Gemeinschaften beitragen, denn Marken bewegen sich heute in fragmentierten digitalen Öffentlichkeiten, in denen Zielgruppen z. T. unterschiedliche Inhalte, Trends und Wirklichkeitsbilder wahrnehmen. Zudem zeigte die Exkursion, wie wichtig ein vertieftes Verständnis gesellschaftlicher, technologischer und kultureller Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Marketing-Kommunikation ist.
Rezensionen beschrieben die besondere Wirkung der Ausstellung, als ebenso anziehende wie irritierende Medienlandschaft, die sich bewusst vom klassischen, zurückhaltenden Museumsraum abgrenzt und den Gegensatz zwischen modernster KI-Technologie und einer nostalgischen Rückschau auf die frühe Internetkultur betont.
Gerade diese Verbindung aus Faszination und Verunsicherung regte die Studierenden dazu an, die digitale Gegenwart und ethische Fragen kritisch zu reflektieren: Wie transparent müssen KI-generierte Inhalte gekennzeichnet werden? Wer trägt Verantwortung für stereotype, manipulative oder diskriminierende Darstellungen? Wie verändern synthetische Bilder unser Vertrauen in Medien? Und wie können Unternehmen KI einsetzen, ohne Datenschutz, Urheberrechte und gesellschaftliche Verantwortung aus dem Blick zu verlieren? Die Kunst bot den Studierenden damit einen ungewohnten kulturellen Kontext, um Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz zu betrachten.