Wie prägen digitale Bilder unsere Wahrnehmung? Welche visuellen Codes funktionieren auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube? Und was kann Online-Marketing von zeitgenössischer Kunst lernen? Mit diesen Fragen besuchten Studierende des Bachelor-Studiengangs "Kommunikations- und Multimediamanagement" der Hochschule Düsseldorf im Rahmen der Lehrveranstaltung Online Marketing die Ausstellung „Jon Rafman. Main Stream Media“ im K21.
Begleitet wurde die Exkursion vom Lehrbeauftragten Danny Trapp, der den Besuch als praxisnahe Erweiterung der Vorlesung konzipiert hatte. Im Mittelpunkt stand nicht der klassische Ausstellungsbesuch, sondern die analytische Auseinandersetzung mit digitalen Bildwelten, KI-Ästhetiken, Gaming-Kultur, Plattformlogiken und medialer Reizdichte.
Jon Rafman gilt als eine prägende künstlerische Position, wenn es um die Reflexion des digitalen Zeitalters geht. Seine Arbeiten untersuchen, wie Internetkultur, künstlich erzeugte Bilder, virtuelle Räume und algorithmisch geprägte Medienwelten unser Verhältnis zu Identität, Aufmerksamkeit und Wirklichkeit verändern.
Für die Studierenden wurde die Ausstellung damit zu einem Beobachtungsraum für zentrale Fragen moderner Kommunikation: Warum wirken bestimmte digitale Inhalte emotional besonders stark? Wie entstehen visuelle Muster, die Aufmerksamkeit erzeugen? Und wo liegen die Unterschiede zwischen künstlerischer Medienreflexion und kommerzieller Contentproduktion?
„Gerade im Online-Marketing reicht es nicht, Plattformen nur technisch oder strategisch zu verstehen. Wer heute gute Kommunikation entwickeln will, muss auch verstehen, wie digitale Bildkulturen entstehen, wie sie wirken und warum sie Aufmerksamkeit erzeugen“, sagt Danny Trapp. „Die Ausstellung von Jon Rafman macht diese Mechanismen intensiv erfahrbar – zwischen Faszination, Überforderung und kritischer Reflexion.“
Die Exkursion zeigte, dass Online-Marketing weit über Kampagnen, Kanäle und Kennzahlen hinausgeht. Digitale Kunst kann dabei helfen, die visuellen, emotionalen und gesellschaftlichen Mechanismen moderner Medienkultur besser zu verstehen – und damit auch die Anforderungen an zeitgemäße Markenkommunikation.