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Wirtschaftswissenschaften / Gastvortrag, Alumni, FB W, Kommunikationsbranche
09.01.2026

Gast­vortrag: Tobias Grewe über die Kraft des Zuhörens und Erzäh­lens in Zeiten des Wandels.

​​Tobias Grewe​, systemischer und narrativer Organisationsentwickler sowie Coach mit über 20 Jahren Erfahrung in der Kommunikationsbranche, sprach am 18. Dezember 2025 virtuell vor Studierenden des Spezialisierungsmoduls Unternehmenskommunikation im Studiengang MKM über die Rolle von Storylistening und Storytelling in Change-Management-Prozessen, insbesondere in Krisenzeiten.


„Kein Change ohne Story!“ – unter diesem Motto und zugleich Titel seines im Haufe-Verlag erschienen Buches nahm Grewe die Studierenden mit auf eine Reise durch die Welt organisationaler Erzählungen. „Nichts ist schlimmer in schwierigen Situationen als eine Kommunikation nach Bauchgefühl“, betonte er. Geschichten, so sein zentrales Argument, seien der Schlüssel, um Menschen in schwierigen Veränderungsprozessen Orientierung und Halt zu geben. „Wer führen will, muss verstehen, was im sozialen System erzählt wird“, betonte Grewe. Erst durch aufmerksames Zuhören – das sogenannte Storylistening – entstehe die Grundlage für glaubwürdige und wirksame Kommunikation.

Anhand zahlreicher Praxisbeispiele zeigte er, wie narrative Methoden konkrete Veränderungsprozesse begleiten können: von Erzählworkshops über visuelle Tools wie Erlebniskurven bis hin zu Co-Creation-Formaten, in denen Organisationen ihre eigenen Zukunftsnarrative entwickeln. „Jede Geschichte ist die Beschreibung einer Veränderung“, erklärte er und zog damit Parallelen zu Märchen und Heldenreisen.

Besonders eindrücklich war Grewes Appell an Führungskräfte, das Managementboard zum Storyboard werden zu lassen. Change-Kommunikation dürfe nicht vollständig an die Kommunikationsabteilung delegiert werden, sondern sei Kernaufgabe des Leaderships. Narrative Empathie, so Grewe, sei entscheidend – die Fähigkeit, zuzuhören, vielfältige Perspektiven einzubeziehen und aus diesen Erzählsträngen tragfähige, gemeinsame Geschichten zu gestalten.

Mit zahlreichen Denkanstößen und praktischen Werkzeugen nahm Grewe die Studierenden mit in die Kunst, Sinn und Wandel erzählbar zu machen.

Sein Fazit: Nur wer zuhört, kann erzählen. Und nur wer erzählt, kann Menschen bewegen.

Verfasst von Lea Bernard und Mariam Ziaei Javid (MKM)​

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