Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften hatte herzlich zur Graduiertenfeier des Wintersemesters 2022/2023 mit Vergabe der Urkunden und Zeugnisse eingeladen. Es wurde ein rauschendes Fest im vollen Audimax der HSD.
Für die gelungene musikalische Begleitung der Graduiertenfeier sorgte die neu formierte und dank zwei klasse Sängerinnen besonders stimmgewaltige „SK JamBand“ des Fachbereiches Sozial- und Kulturwissenschaften unter der Leitung von Herrn Dipl.-Ing. Jens Dreesen. Zur Eröffnung stimmte sie überaus soulig und beschwingt mit „I Wish“ von Stevie Wonder auf die Feier ein.
Die Dekanin des Fachbereiches, Prof. Dr. Astrid Lachmann, begrüßte die „Hauptpersonen“ des Tages – die Absolventinnen und Absolventen sowie deren zu Recht stolze Familienangehörigen und Freunde, ebenso die anwesenden Lehrenden, Mitarbeitenden sowie Praxispartner des Fachbereichs sowie die Vertreter des Präsidiums und der Hochschulverwaltung. Alle zusammen hätten wesentlich dazu beigetragen, dass erneut so viele erfolgreiche Studienabschlüsse gefeiert werden könnten.
Herzlich begrüßte sie auch die Vorstände des Fördervereins, Herrn Dr. Christian Plenge, Herrn Dr. Stefan Dahm und Herrn Martin Ebel, die das Festprogramm sowohl höchstpersönlich als auch finanziell unterstützten.
In ihrer Ansprache ging die Dekanin auf das brandaktuelle Thema der künstlichen Intelligenz, kurz KI, ein: Unsere Zukunft und damit auch das Berufsleben der Absolventinnen und Absolventen werde immer stärker von KI geprägt sein. Während Maschinen lernen zu denken, dies unermüdlich trainieren und immer reflektierter würden, sollten sich die Absolventinnen und Absolventen nicht auf den soeben verdienten Lorbeeren ausruhen. Vielmehr sollten sie mindestens so ehrgeizig und fleißig, so wissensdurstig und lernbegierig, so kritikbereit und so selbstwirksam wie die KI sein. Um KI als Werkzeug zu nutzen und selbstbestimmt zu entscheiden, müssten die menschlichen grauen Zellen und Kernkompetenzen gleichfalls beständig trainiert werden. Die Freude der Absolventinnen und Absolventen am Lernen und kritischen Denken möge daher nicht nachlassen.
Prof. Lachmann erinnerte in diesem Zusammenhang an den ersten Grundsatz des französischen Philosophen, Mathematikers und Naturwissenschaftlers René Descartes: „Cogito, ergo sum!“ (Ich denke, also bin ich). Es könne sich der Mensch seiner Existenz gewiss sein, solange er aktiv und kritisch über die Welt nachdenke und schlichte Wahrnehmungen stets hinterfrage.
Um den rasanten Lernfortschritt der KI zu verdeutlichen, ließ Prof. Lachmann die Gäste an einem vergnüglichen Dialog teilhaben, den sie zur Vorbereitung ihrer Ansprache mit dem Chat Roboter „GPT“ geführt hatte. GPT sollte einige Textvorschläge für die Ansprache unterbreiten: Auszüge der anfangs phrasenhaften, (unfreiwillig) komischen, sodann immer brauchbareren und schließlich in Sprache und Tonspur sogar beeindruckenden Texte trug die Dekanin in unterhaltsamer Weise vor und erntete hierfür zahlreiche Lacher und herzlichen Applaus.
Absolventenrede Jonas Weinandy
In seiner Absolventenrede, die er als ehrenvolle Aufgabe empfand, ließ Herr Weinandy die Zeit des Studiums Revue passieren und richtete einige persönliche Worte an die Absolvent*innen und Gäste. Beginnend mit Goethes Zitat aus dem ersten Teil des Faust „Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!“ hatte auch er die Lacher auf seiner Seite. Dieses Zitat träfe aber nicht zu, denn mit dem Abschluss des Bachelor- oder Masterstudiums seien alle Absolvent*innen deutlich klüger geworden und hätten einen großen und bedeutsamen Lebensabschnitt positiv abgeschlossen.
Natürlich habe es auch Zeiten gegeben, die „in wellenartig wiederkehrenden Abständen“ das Studium erschwert und überschattet haben: Die Klausurphasen! Auch die Corona Pandemie, die das Studium insbesondere hinsichtlich der sozialen Komponente nahezu vollständig lahmgelegt hatte. Rückblickend war dies aber nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Zeit der Erfahrung, da so die „erste Generation der Home-Office Studierenden“ ins Berufsleben eintritt, die im Umgang mit Teams, Zoom und Co. zu Experten geworden sind, was auf dem Arbeitsmarkt sicherlich nicht schade.
In diesem Zusammenhang lobte Herr Weinandy das Engagement des Kollegiums in punkto Online-Lehre und -Prüfungen, das sich immer offen für die Meinung der Studierenden gezeigt hätte, was durchaus nicht selbstverständlich sei.
Rückblickend betrachtete Herr Weinandy das Studium auch als generelles Teamwork – ebenso wie die Fachschaftsarbeit, in der man versucht habe, den Erstsemestern einen bestmöglichen Start ins Studium zu ermöglichen – insbesondere durch das Knüpfen von Kontakten. Abschließend gab Herr Weinandy seiner Hoffnung Ausdruck, dass die geknüpften Freundschaften und Kontakte – auch wenn sich nun die Wege trennten – weiterhin gepflegt würden und man sich nicht aus den Augen verlöre. Soziale Kontakte zu halten sei heutzutage so einfach wie nie.
Alle Absolvent*innen hätten Großes geleistet und einen akademischen Grad erworben, den ihnen niemand mehr wegnehmen könne. In Anbetracht der großen gesellschaftlichen Probleme, welche diese Generation zu lösen habe – Klimawandel, Digitalisierung, soziale Ungerechtigkeit, gelte es tatkräftig zu sein, denn nur wer anpacke, könne auch etwas bewegen.
Ein besonderes Dankeschön richtete Herr Weinandy an alle, die den Absolvent*innen während des Studiums stets beigestanden hatten – Kommiliton*innen, Familie, Freunde – und natürlich auch die Professorinnen, Professoren und Lehrkräfte!
Unterhaltsam, aber auch nachdenklich: die Absolventenrede von Jonas Weinandy
IMPRESSIONEN