Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Faculty of Business Studies

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Wirtschaftswissenschaften / Aktuelles, FB W, FB W BBA, FB W BIM, FB W BKM, FB W BTAX, FB W MBA, FB W MIM, FB W MKM, FB W MTAX, BWL
29.03.2018

Abschluss­informa­tionen sind ab 2020 maschi­nell aus­les­bar

​​Ab 2020 hat die EU alle Unternehmen zur Veröffentlichung Ihrer Finanzberichte in einem einheitlichen elektronischen Format (ESEF) verpflichtet. Kapitalmarktorientierte Unternehmen müssen darin zahlreiche Angaben zusätzlich so etikettieren, dass sie maschinell ausgelesen werden können. Ziel ist es, die Zugänglichkeit und Vergleichbarkeit der Berichtsinformationen zu verbessern.

 
Mit rund einem Jahr Verspätung hat die Europäische Börsenaufsicht (ESMA) ihren finalen Entwurf zur Ausgestaltung dieses EU-einheitlichen elektronischen Berichtsformats (ESEF) vorlegt: Ab 2020 werden alle Unternehmen in der EU ihre Jahresfinanzberichte im XHTML-Format erstellen müssen. Kapitalmarktorientierte Unternehmen, die zur IFRS-Rechnungslegung verpflichtet sind, müssen Abschlussinformationen zusätzlich mittels iXBRL so etikettieren, dass sie maschinell auswertbar sind.   

Für die Unternehmenspraxis weist der Regulierungsstandard zahlreiche Anwendungsfragen auf: Neben technischen Fragen (welche XHTML-Version und iXBRL-Version sind zu nutzen; sind bisherige IT-Systeme den Anforderungen gewachsen) und Rechnungslegungsaspekten (wie sind Rechnungslegungsprozesse anzupassen; welche iXBRL-Etiketten sind zu nutzen; was geschieht bei eventuellen Abweichungen zum bisherigen Bericht) empfiehlt es sich für Unternehmen jedoch auch die strategische Gesamtausrichtung ihrer Finanzmarktkommunikation zu überdenken und ggf. neu ausrichten.

In ihrem aktuellen Fachbeitrag in Der Betrieb (Heft 13/2018 vom 29.03.2018) stellen Prof. Dr. Dirk Jödicke und Dr. Ralf Jödicke die neuen Vorgaben dar und diskutieren die sich abzeichnenden Anwendungsfragen. Insgesamt erscheint es fraglich, ob die ESMA das Ziel einer Verbesserung der Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit von Abschlussinformationen durch ihre derzeitigen ESEF-Vorgaben erreichen wird, oder dies eher ein erster Schritt ist, dem zukünftig weitere Detailregulierungen folgen werden.

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